

Das ist eine wichtige Sache, über die man jeden Morgen nachdenken sollte.
Lies es, und lass es an Dir arbeiten. Und dann entscheide Dich, wie Du den Tag
in Zukunft morgens anfängst. Jerry gehört zu den Leuten, die immer gute Laune und immer etwas Positives
zu sagen haben. Wenn ihn jemand fragt, wie es ihm geht, dann antwortet er:
"Wenn es mir besser gehen würde, wäre ich ein Zwilling." Und so ging ich an einem Tag zu Jerry, und fragte ihn: Jedes Mal, wenn etwas Schlimmes passiert, dann kann ich mich entscheiden,
ein Opfer zu sein, oder daraus zu lernen. Ich entscheide mich, daraus zu
lernen. Jedes Mal, wenn jemand zu mir kommt und sich beschwert, kann ich mich
entscheiden, ihre Beschwerden zu akzeptieren, oder ich kann sie auf die
positive Seite des Lebens hinweisen. Ich wähle die positive Seite des
Lebens." "Ja, richtig, aber so einfach ist das doch nicht," protestierte
ich. Ich habe darüber nachgedacht, was Jerry sagte. Bald darauf verließ ich den
Restaurantberuf und fing meine eigene Firma an. Wir haben den Kontakt
zueinander verloren, aber ich habe oft an daran gedacht, als ich eine
Entscheidung im Leben treffen musste, anstatt darauf falsch zu reagieren. Einige Jahre später hörte ich, wie Jerry etwas tat, was man im
Restaurantberuf niemals tun sollte: eines Morgens ließ er die Hintertür offen
stehen und wurde von drei bewaffneten Räubern überfallen. Während sie ihn
zwangen, den Safe zu öffnen, zitterte seine Hand vor Nervosität und er tippte
die falsche Kombination ein. Die Räuber gerieten in Panik und schossen auf
ihn. Glücklicherweise wurde Jerry relativ schnell aufgefunden und sofort ins
lokale Trauma-Center gebracht. Nach 18 Stunden Operation und Wochen intensiver
Pflege, wurde Jerry aus dem Krankenhaus entlassen. Er trug noch immer einige
Überreste der Kugeln in sich. Ich sah ihn ungefähr 6 Monate nach dem Unfall.
Als ich ihn fragte, wie es ihm ginge, antwortete er, Jerry blieb am Leben, dank der Fähigkeit der Ärzte, aber auch wegen seiner
erstaunlichen Haltung. Ich lernte von ihm, dass wir jeden Tag die Wahl haben,
vollkommen zu leben. Die Haltung ist alles.
Er war ein einzigartiger Restaurantmanager, denn er hatte einige Kellner, die
ihm von Restaurant zu Restaurant gefolgt waren. Sie taten dies wegen seinem
Verhalten. Er war ein natürlicher Motivator. Wenn ein Angestellter einen
schlechten Tag hatte, war Jerry da und erklärte ihm, wie er die positive Seite
der Situation sehen konnte. Diese Haltung zu sehen machte mich wirklich
neugierig.
"Ich krieg das nicht auf die Reihe! Man kann doch nicht immer die ganze
Zeit über gut drauf sein! Wie machst Du das?"
Jerry antwortete: "Jeden Morgen, wenn ich aufwache, sage ich zu mir
selbst, 'Jerry, Du hast heute zwei Möglichkeiten. Entweder entscheidest Du
Dich, in guter Stimmung zu sein, oder Du entscheidest Dich, schlechte Laune zu
haben. Ich entscheide mich, in guter Stimmung zu sein.
"Doch, das ist es," sagte Jerry.
"Das Leben besteht nur aus Entscheidungen. Wenn Du es so siehst, ist
wirklich jede Situation eine Entscheidung. Du entscheidest Dich, wie Du
reagierst in bestimmten Situationen. Du entscheidest Dich, ob die Leute Deine
Stimmung beeinflussen werden. Du entscheidest Dich, ob Du in einer guten oder
schlechten Verfassung bist. Das Motto: Es ist Deine Wahl, wie Du Dein Leben
lebst."
"Wenn es mir besser gehen würde, wäre ich ein Zwilling. Willst Du meine
Narben sehen?" Ich wollte sie nicht unbedingt sehen, aber fragte ihn, was
in seinem Kopf vorgegangen war, als der Raubüberfall stattfand.
"Das erste, woran ich dachte, war, dass ich die Hintertür hätte
zuschließen sollen." sagte er.
"Dann, als ich auf dem Boden lag, erinnerte ich mich daran: 'Ich habe zwei
Möglichkeiten: Ich kann mich entscheiden zu leben oder zu sterben.' Ich
entschied mich zu leben."
"Hattest Du nicht Angst? Hast Du das Bewusstsein verloren?" fragte
ich.
Jerry erzählte weiter, "....die Sanitäter waren großartig. Sie haben
mir immer wieder gesagt, dass alles gut werden würde. Aber als sie mich in den
OP brachten und ich die Gesichter der Ärzte und Krankenschwestern sah, wurde
mir wirklich Angst und Bange. In ihren Augen las ich, 'Er ist ein toter Mann'.
Ich wusste, ich musste etwas tun."
"Und was hast Du getan?" fragte ich.
"Also da war diese große kräftige Krankenschwester, die mich mit Fragen
bombardierte," sagte Jerry.
"Sie fragte zum Beispiel, ob ich gegen irgendetwas allergisch sein würde.
'Ja,' lautete meine Antwort. Die Ärzte und Krankenschwestern hörten auf mit
ihrer Arbeit und warteten auf meine Antwort. Ich atmete tief ein und rief,
'Kugeln!'. In ihrem Gelächter erklärte ich ihnen, 'Ich habe mich entschieden
zu leben. Operieren Sie, als ob ich am Leben wäre, und nicht tot.'"
