

Es lebte einst ein sehr reicher junger Mann in einem prachtvollen Haus mit
duzenden Zimmern. Jeder Raum war weitaus faszinierender und komfortabler als
der vorherige. Kostbare Gemälde an den Wänden und Skulpturen, kristallene
Kronleuchter und goldverzierte Geländer an den Treppen. Mehr verschwenderische
Schönheit als die meisten Menschen je sahen. Eines Tages entschied sich dieser junge Mann, den Herrn in sein Heim
einzuladen, damit der bei ihm bliebe. Als der Herr eintraf bot der junge Mann
Ihm das allerschönste Zimmer seines Hauses an. Es lag im Obergeschoss am Ende
des Korridors. An diesem Abend, nachdem er sich in sein Schlafzimmer zurückgezogen hatte,
vernahm er ein lautes Klopfen an der Haustüre. Der junge Mann zog seinen
Hausmantel an und ging nach unten. Als er die Tür öffnete erkannte er, dass
der Teufel drei seiner Dämonen geschickt hatte, um ihn anzugreifen. Hastig
wollte der Mann die Tür wieder schließen, doch einer der Dämonen hielt den
Fuß in die Tür. Irgendwann später, nach einem anstrengenden Kampf, gelang es
ihm die Haustür zuzuschlagen und gänzlich erschöpft in sein Zimmer
zurückzukehren. Am nächsten Tag verliefen die Dinge wie gewohnt und, müde wie er war,
legte sich der junge Mann früh schlafen. Ungefähr um Mitternacht hörte er
einen solchen Krach an der Haustüre, dass er davon überzeugt war, was auch
immer es wäre würde die Tür einschlagen. Eilends stolperte er nach unten und
fand sich einem Dutzend Dämonen gegenüber, die in sein wunderschönes Haus
eindringen wollten. Geschlagene drei Stunden stritt und kämpfte er mit aller
Kraft gegen die Diener der Hölle, überwältigte sie letztendlich ausreichend,
um die Tür vor ihrer Attacke zu schließen. Alle Energie wich ihm aus den
Knochen. Mächtig betrübt fiel er auf dem Sofa in einen ruhelosen Schlaf. Er
entschloss sich am folgenden Morgen, den Herrn aufzusuchen und Ihn nach den
Ereignissen der letzten beiden Nächte zu befragen. Auf leisen Sohlen stand er
schließlich vor der Tür des Zimmers des Herrn. "Jesus," rief er behutsam, klopfte gegen die Tür. "Mein liebes Kind," sprach der Herr sanft. "Ich liebe dich
und sorge für dich. Ich beschütze alles was du in meine Hände befiehlst.
Doch als du mich einludst hier bei dir zu bleiben, hast du die Tür zu diesem
lieblichen Zimmer vor dem Rest des Hauses geschlossen. Ich bin Herr dieses
Zimmers aber nicht der Meister des Hauses. Ich habe diesen Raum beschützt, und
kein Dämon vermag hier einzudringen." In dieser Nacht, der junge Mann bereitete sich gerade zum Schlafengehen vor,
dachte er so für sich: Das Toben an der Haustür um die Mitternacht war entsetzlich. Der junge Mann
verließ im richtigen Augenblick sein Zimmer, um Jesus gerade die Treppe
hinuntergehen zu sehen. Er beobachtete überwältigt, wie Jesus unerschrocken
die Haustür weit öffnete. Satan selbst stand dort und befahl, eingelassen zu
werden. "Tut mir ja so leid, offensichtlich hat man mir die falsche Adresse
gegeben." Diese Geschichte besitzt eine klare Moral:
"Dies soll Dein Zimmer sein, Jesus! Bleibe so lange Du möchtest und mache
Du hier was auch immer Du möchtest. Denke bitte daran, es gehört alles
Dir."
"Danke," erwiderte der Herr, wonach der Mann die Tür schloss und
seinen täglichen Geschäften nachging.
"Hey, das stell' sich einer bloß vor," dachte er so für sich.
"Jesus schläft droben in meinem besten Zimmer und läßt mich hier unten
alleine diese Dämonen abwehren. Na ja, vielleicht hat Er es ja nicht
gehört?"
In dieser Nacht schlief der junge Mann ziemlich unruhig.
"Ich kapier' das einfach nicht! Warum kam mir der Herr nicht zu Hilfe?
Warum nur lässt Er zu, dass ich hier ganz alleine streite? Ich fühle mich so
verlassen!"
"Herr, ich begreife nicht, was vor sich geht. In den vergangenen beiden
Nächten musste ich die Dämonen von meiner Haustüre fortjagen, während Du
schlafend hier oben zugebracht hast. Sorgst Du dich denn nicht um mich? Gab ich
Dir nicht mein allerbestes Zimmer?"
Er bemerkte die Tränen in Jesu Augen, doch er fuhr unbeirrt fort.
"Ich kapier' das einfach nicht, Herr. Als ich Dich einlud mit mir zu leben
dachte ich wirklich, dass Du auf mich aufpassen und mich beschützen würdest.
Ich gab dir das schönste Zimmer, und überhaupt... Was kann ich denn noch
tun?"
"O Herr, vergib' mir bitte! Nimm Du mein ganzes Haus an, es gehört Dir!
Es tut mir so sehr leid, dass ich es Dir nicht von Anfang an geschenkt habe.
Ich möchte, dass Du die Kontrolle über alles besitzt."
Und mit diesen Worten schwang er die Zimmertür weit offen und fiel nieder zu
Jesu Füssen.
"Bitte, vergib' mir, Herr, weil ich so selbstsüchtig war."
Jesus lächelte und sagte ihm, dass er ihm längst vergeben habe und sich
fortan um die Dinge kümmern wolle.
"Ich bin gespannt, ob diese Dämonen wieder kommen werden. Ich bin es so
leid, jede Nacht gegen sie zu kämpfen."
Doch er erinnerte sich an die Worte des Herrn, dass Er sich fortan selbst um
die Dinge kümmern würde.
"Was willst du hier, Satan?" fragte der Herr.
Der Teufel verneigte sich tief in der Gegenwart des Herrn.
Und mit diesen Worten stieben der Teufel und all seine Dämonen davon.
Jesus möchte alles von dir, nicht nur einen Teil. Er wird das annehmen, was du
ihm gibst, auf keinen Fall mehr. Wie viel deines Herzens hast du dem Herrn
geschenkt?
Hältst du einen Teil davon vor Ihm zurück?
Vielleicht werden die Attacken ja von Tag zu Tag stärker. Weshalb lässt du
nicht den Herrn die Kämpfe für dich austragen? Er ist immer siegreich!