

Es ist sehr wahrscheinlich, daß Gott
dir auf die ehrliche Frage, was du für ihn tun sollst und kannst, sagen wird:
"Nichts. Gar nichts. Ich sehne mich danach, dass du zu mir kommst, Gemeinschaft
mit mir hast und in meiner Gegenwart verweilst. Ich sehne mich nach deinem
Herzen, nicht nach deinen Bemühungen. Was du für mich tun kannst, ist zu mir zu
kommen und in mir zu bleiben."
Niemand verachte deine Jugend, vielmehr sei ein Vorbild der Gläubigen im
Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit! (1. Tim. 4, 12)
Du, junge Generation (nicht nur, aber auch) in Deutschland, stehst an der
Schwelle eines Aufbruches, der in der Geschichte seinesgleichen sucht. Du
wirst, so wie Paulus es im zitierten Vers dem Timotheus nahelegt, zu einem
Vorbild der Gläubigen werden.
Was macht mich so sicher in dieser Aussage? Vor allem das, was ich sehe und
miterlebe, neben dem, was zahlreiche prophetisch begabte Christen seit längerem
ankündigen. Die Prophetien beginnen, sichtbare Realität zu werden. Es beginnt
erst, aber die Anfänge lassen bereits ahnen, dass etwas von einer Dimension auf
uns als Gemeinde Jesu Christi zukommt, was wir bisher vielleicht geträumt, aber
nicht wirklich erwartet haben.
In Markus 10 lesen wir über die Begegnung Jesu mit einem Jugendlichen aus gutem
Hause. Dieser junge Mann wollte wissen, was er zu tun habe, um das ewige Leben
zu erben. Die Gebote hatte er gehalten und seine Frage nach dem ewigen Leben
deutet darauf hin, dass er sich Gedanken über Gott und das Leben nach dem Tod
machte.
Falls du die Geschichte nicht kennst, lies sie nach und beachte den
Zusammenhang. Allzu oft wird diese Begebenheit eingeschränkt auf die Frage des
Reichtums. Dabei geht es im Kern gar nicht darum, dass irdischer Besitz uns
hindern kann, Jesus nachzufolgen (was durchaus stimmt). Die Jünger verstanden
auch nicht, worum es ging. Markus 10, 26 und 27: Sie aber gerieten ganz
außer sich und sprachen zueinander: Und wer kann dann errettet werden? Jesus
aber sah sie an und spricht: Bei Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei
Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.
Es ging Jesus bei diesem Jugendlichen nicht darum, dass er seine Güter
zugunsten der Armen verkaufen sollte. Es ging darum, dass Gott die erste Stelle
im Herzen und Leben beansprucht und alles, was wichtiger ist, aus Herz und
Leben entfernen muss. Das kann nur der Herr selbst tun, daher spricht Jesus
hier davon, dass bei Gott alle Dinge möglich sind, auch die, die uns
unerreichbar erscheinen.
Der Kern der Frage Jesu war und ist noch heute: "Bist du bereit, alles andere
der Beziehung zu mir unterzuordnen und keine Priorität über mir zuzulassen?"
Bei dem einen mag es Reichtum sein, beim anderen der Partner oder der Dienst,
das Amt in der Gemeinde. Es können die angestrebte Ausbildung sein oder
Lebensentwürfe, die uns wichtiger sind als die Liebesbeziehung zu unserem Gott.
Wohlgemerkt: Wenn wir Gott die absolute Priorität einräumen, dann muss das
nicht heißen, dass wir unsere irdischen Güter, unsere Familie, unsere Dienste
oder was auch immer verlieren. Es kann die Folge sein, aber dies ist nicht
zwangsweise so. Die Frage ist, ob wir bereit sind, wirklich alles aufzugeben.
Jesus erklärt nach dieser Begegnung seinen Jüngern (Markus 10, 29 - 31): Da
ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder
Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen,
der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und
Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen und in dem
kommenden Zeitalter ewiges Leben. Aber viele Erste werden Letzte und Letzte
Erste sein.
Was immer wir gegebenenfalls aufgeben: Das, was Gott uns schenken möchte, wird
um ein Vielfaches besser sein. Was unserem Herzen und Verstand so wichtig
erscheint, kann jederzeit zerbrechen und verloren gehen. Wenn wir es bereits
aufgegeben haben, dann wird der Herr uns erstatten, was immer für unser Leben
und unseren Dienst notwendig ist, selbst, wie Jesus in dem eben zitierten
Abschnitt fast nebenbei einfügt, unter Verfolgungen. Wenn dein Leben Gott
gehört, dann hast du ja nichts zu verlieren.
Dies ist eine Entscheidung, die wir treffen, Tag für Tag für Tag für Tag bis an
unseren letzten Tag auf der Erde. Es ist ein Prozess, der mit unserem "Ja,
Herr, ich sondere mich aus für Dich! Mein Tagesablauf, mein Leben, alles gehört
Dir!" beginnt. Die Bibel spricht vom Bleiben in Ihm - das ist kein
Moment sondern ein Zustand, der andauert.
Das ist auch schon alles, was wir wirklich tun können. Alles andere: Werke,
Dienste, Veränderung unseres Charakters und vieles mehr geschieht aus dem
Bleiben in Ihm. Noch einmal: Wir sagen ja. Gott tut den Rest.
Was ich in der jungen Generation beobachte, ist dieser Eifer für Gott, dieses
richtige Ordnen der Prioritäten. Immer mehr junge Menschen werden verändert in
Knechte und Mägde, die alles und jedes dem Willen ihres Herrn unterordnen.
Immer mehr Jugendliche und Kinder sehnen sich nach nichts so sehr, als nach der
tiefen intimen Gemeinschaft mit Gott. Dafür stehen sie eine Stunde früher auf,
dafür wachen und beten sie nächtelang, dafür verzichten sie auf das, was in der
Welt als Entspannung und Freizeitgestaltung unverzichtbar ist. Mangelt ihnen
deshalb irgend etwas? Ich habe noch von niemandem, der sich zu einem radikalen
Lebensstil für Gott entschlossen hat, diesbezügliche Klagen gehört.
Deshalb erscheint es mir mehr als wahrscheinlich, dass diese junge Generation
in der Lage sein wird, geistlich etwas zu bewegen. Euch gilt das Wort Jesu:
Bei Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle
Dinge möglich. Gott wird euch mit Wundern und Zeichen bestätigen, die uns
langjährigen Christen den Atem rauben. Ihr werdet zu einem Vorbild der
Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit! (1.
Timotheus 4, 12)
Das wird euch nicht leicht gemacht.
Manche werden Einspruch erheben, weil sie beobachten, dass die Dinge geschehen,
die sie jahrzehntelang gepredigt aber nie erlebt haben. Man nennt das auch
Neid.
Es werden Fehler passieren und die wird man den Jugendlichen vorwerfen und
immer wieder unter die Nase reiben. Man nennt das auch Schadenfreude.
Manche werden versuchen, die junge Generation in die Regelwerke und etablierten
Strukturen der traditionellen Kirchen und Gemeinden hinein zu zwingen. Man
nennt das auch Gesetzlichkeit.
Jede Erweckung, jedes übernatürliche Wirken Gottes in der Geschichte hat
abwehrende und böse Reaktionen hervorgerufen. Leider wird es jetzt nicht anders
sein. Wir können aber hoffen und beten, dass die Zahl der geistlichen Väter und
Mütter überwiegen wird. Ich meine damit erfahrene Christen, die selbst
ausgesondert sind für Gott und aus dieser Position direkt am Herzen Gottes
heraus euch junge Menschen aufbauen, liebevoll korrigieren und vorwärtsbringen
und vor allem anderen im Gebet und mit ihrem Segen unterstützen werden.
Ich bin begeistert von dem, was ich sich entwickeln sehe. Ich bin begeistert,
weil es etwas ist, was wir Menschen nicht tun können. Die Gemeinde hat es
versucht und versucht und versucht, und wir stellen beim Blick auf unser Land,
unsere Gesellschaft, fest: Wir haben versagt. Diese Feststellung sollte uns zu
dem Schluß führen: "Herr, offensichtlich taugt unser Bemühen nichts. Wir geben
auf. Wir kapitulieren. Wir erklären unseren Bankrott. Wir übergeben Dir die
Leitung unseres Lebens, der Gemeinde. Wir wollen nie wieder beten: Herr, segne
unsere Evangelisation, unsere Kinderprogramme, unsere Seniorenfreizeiten,
unseren Plan A und Plan B..."
Nie wieder wollen wir Gott bitten, das zu segnen, was wir tun. Statt dessen
wollen wir das tun, was Gott segnet.
Es ist sehr wahrscheinlich, daß Gott dir auf die ehrliche Frage, was du für ihn
tun sollst und kannst, sagen wird: "Nichts. Gar nichts. Ich sehne mich danach,
dass du zu mir kommst, Gemeinschaft mit mir hast und in meiner Gegenwart
verweilst. Ich sehne mich nach deinem Herzen, nicht nach deinen Bemühungen. Was
du für mich tun kannst, ist zu mir zu kommen und in mir zu bleiben."
An diesem Ort der intimen Gemeinschaft mit Gott wird folgendes passieren: Du
wirst ein Träger der Herrlichkeit Gottes. Seine Natur wird deinen Charakter
formen. Und das wird Auswirkungen auf deine Umgebung haben, die du dir heute
noch gar nicht vorstellen kannst. Probier es aus. Ich garantiere dir: Wenn du
täglich mindestens eine Stunde Zeit für die Gemeinschaft mit deinem Herrn
reservierst, in dieser Stunde betend die Bibel liest, mit deinem Herrn sprichst
und bereit bist, von Gott zu hören, dann wirst du dich schon nach drei Monaten
nicht wiedererkennen. Die Stunde wird dir irgend wann zu kurz sein und du wirst
die Zeit ausdehnen wollen.
Du schaffst es nicht, eine Stunde zu opfern? Die Stunde ist keine magische
Formel, es ist ein Erfahrungswert. Wenn du sie nicht aufbringen kannst, dann
frage dich, was dich davon abhält und überprüfe deine Prioritäten. Schreibe
deinen Tagesablauf auf und schau nach, womit du die 24 Stunden füllst. Du wirst
nichts tun können, was im Reich Gottes wirklichen Wert hat, wenn du auf die
intime Beziehung zu Jesus verzichtest. Ich traue dir zu, ehrlich mit dir selbst
zu sein und festzustellen, wo deine Prioritäten liegen. Gottes Geist wird
niemals gegen deinen Willen, deine Entscheidungen kämpfen. Er ist für dich, hat
dich lieb und lädt dich ein.
Ich will und kann dich weder überreden noch überzeugen, aber ich möchte dich
bitten, mir zu glauben. Ich bin 47 Jahre alt und seit 30 Jahren Christ. Von
diesen 30 Jahren habe ich einen großen Teil damit verbracht, mich "für Gott"
abzustrampeln und abzumühen. Ich habe viel Wissen über Gott im Kopf angesammelt
und viel zu lange gemeint, mit diesem Wissen mein Leben gestalten zu können.
Das Ergebnis war das Scheitern meiner Ehe, der Verlust aller Dienste im Reich
Gottes, viele tief verletzte Menschen um mich herum, eine zerstörte Gesundheit
und schließlich war ich so weit, dass ich meinen Glauben wegwarf.
Ich habe selbst nichts zu dem beigetragen, was mein Leben heute ausmacht. Wenn
Gottes Erbarmen nicht so groß wäre, Seine Liebe nicht so unendlich, wäre mein
Leben vor Jahren zu Ende gewesen.
Ich bin jemand, dem viel vergeben wurde und der diesen Ort der intimen
Gemeinschaft mit Gott nie wieder verlassen möchte, weil es nur an diesem Ort
Heilung und Lebensinhalt gibt. Was aus diesem Verweilen auf den Stufen vor
Gottes Thron heraus geschieht, hat nichts mehr mit dem Abstrampeln und Abmühen
zu tun, das ich so lang für einen Dienst in der Gemeinde gehalten habe.
Liebe junge Generation, laß dich bitte anstecken von dem Feuer, das aus der
Gegenwart Gottes kommt und dir die Kraft geben wird, Deutschland zu einem Land
zu machen, in dem man die Herrlichkeit Gottes nicht mehr übersehen kann. Und
laß dir dieses Feuer nicht von Kritikern und Neidern rauben. Laß dir von Vätern
und Müttern helfen, die dich lieben und segnen und stützen.