

Es geht wohl den meisten Jugendgruppen in diesem Land so. Ein Jugendleiter
versucht etwas für die paar Jugendliche in der Gemeinde oder in der Umgebung
auf die Beine zu stellen. Immerhin sollen sie auch von Gott erfahren, ihn
vielleicht sogar kennen lernen. Aber man kennt ja die allgemeine Abneigung von
Jugendlichen gegenüber allem, was mit Gott und Christen zu tun hat. Und so versuchen viele ein tolles Fun-Programm auf die Beine zu stellen und
irgendwie zwischendurch noch ein bisschen Message rüberzubringen. Man will den
Kids ja etwas mit auf den Weg geben. Aber irgendwie machen sie doch immer
wieder zu, wenn man damit anfängt. "Lass uns mit dem Jesus-Zeug in
Ruhe." Und wieder ist es daneben gegangen. Was soll man bloß machen? Das Problem ist, dass Jugendliche es sofort durchschauen, wenn man ihnen was
vorgaukelt und eigentlich ein ganz anderes Ziel hat. Diese Methode funktioniert
also nicht. Kann man den gar nichts machen? Oh doch, immer mehr Jugendarbeiten
zeigen, wie man es besser machen kann. 1. Es braucht einen Jugendleiter, dessen Herz lichterloh für die
Jugendlichen in seiner Umgebung brennt. Wenn es ihm nicht jedes Mal, wenn er
einen Jugendlichen in Not sieht, das Herz zerreißt, wird er seinen Aufgaben
als Jugendleiter nur aus Pflichterfüllung gegenüber seinem christlichen
Gewissen tun. Und das ist viel zu wenig. Sobald nämlich die echten Probleme
kommen wird er ganz schnell das Weite suchen. Das entscheidende ist das Motiv.
Bin ich Jugendleiter, weil einer den Job machen muss oder bin ich Jugendleiter,
weil Gott mir ein Herz und eine Vision für die Jugendlichen gegeben hat? Kann
ich gar nicht anders als den Jugendlichen zu "dienen"? 2. Wenn Du nun sagst ,Ich habe dieses Herz nicht, auch meine Jugendgruppe
ist ziemlich tot. Aber ich wünsche mir dieses Herz und ich wünsche mir eine
lebendige Jugendgruppe." Dann möchte ich Dich zu einem radikalen Schritt
herausfordern. Schließe Deine Jugendgruppe und beende Deine Jugendarbeit,
vorerst! Viel zu viele Jugendgruppe werden künstlich am Leben gehalten, nur
damit irgendwas gemacht wird. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Jugendlichen von
der Strasse zu holen. Es ist unsere Aufgabe, die Jugendlichen in eine
persönliche Beziehung mit dem lebendigen Gott zu führen. So lange wir das
nicht tun, powern wir uns nur aus und das führt nur zu Frustration und
Enttäuschung. Keine Angst, es geht nicht darum die Akte Jugendarbeit für
immer zu schließen und sich eine andere Aufgabe zu suchen. Es geht vielmehr
darum eine neue Jugendarbeit auf einer neuen Basis aufzubauen und diese Basis
heißt Beziehung zu Gott. 3. Okay, Du hast Deine Jugendgruppe geschlossen, keiner hat's kapiert und Du
hast Dir viel anhören müssen. Aber jetzt geht's los. Deine erste Aufgabe ist,
deine Beziehung zu Gott in Ordnung zu bringen. Mal ganz abgesehen von dem
Jugendleiter-Ding sollte jeder von uns sehen, dass seine Beziehung zu Gott ins
Reine kommt. Es ist nicht die Zeit, um Christ zu spielen und ein bisschen
religiös oder gar fromm zu sein. Es geht um totale Hingabe an Gott. Mit Jesus
zu leben bedeutet nicht, am Sonntag in die Gemeinde zu gehen und zu wissen,
dass man am Ende in den Himmel kommt. Es bedeutet viel mehr sein Leben auf die
Basis der persönlichen Beziehung zu Gott zu stellen. Wenn Du jetzt losgehst
und sagst: "Ok, ich werde jetzt jeden Tag eine Stunde Bibellesen und
beten", dann sage ich dir, dass du auf die Nase fallen wirst. Das Problem
ist, dass du selbst versuchst, es gebacken zu bekommen. Lass doch Gott mal
machen. Bete doch mal folgendes: "Vater, ich sehne mich total nach deiner
Gegenwart, ich will dich kennen lernen und wissen, wie du bist. Aber ich bin
ein Loser. Ich schaff' es nicht mal, zwei Tage in folge ein Kapitel aus deinem
Wort zu lesen. Deswegen brauche ich einen neuen Hunger nach dir, Vater. Schenke
mir eine totale Leidenschaft nach dir und nach allem, was mit dir zu tun hat.
Ich bin unfähig, aber du kannst mich fähig machen." Ich muss dich vor
diesem Gebet warnen, es könnte dein Leben auf den Kopfstellen und alte
Traditionen und Regeln sprengen. Gott hat nämlich die Angewohnheit, solche
Gebete sehr ernst zu nehmen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Deine
Beziehung zu Gott ist nicht nur für dich wichtig, sondern auch für die
Jugendlichen mit denen du arbeiten willst. Den nur die wenigsten Jugendlichen
nehmen sich die Bibel und sagen dann, dass sie diesen Gott kennen lernen
möchten. Die meisten werden sich dich anschauen und von dir auf Gott
schließen. Und wenn du in einer lebendigen Beziehung zu Gott lebst, wird das
ganz unbemerkt Auswirkungen auf den Rest deines Lebens haben und die
Jugendlichen werden das bemerken und werden nachfragen. Und was will man mehr,
als Jugendliche die nachfragen ;-). 4. Also, deine Beziehung zu Gott wächst. Nun ist es an der Zeit, Gott nach
seinen Gedanken über Jugendliche zu fragen. Frag ihn mal, was er denkt, wenn
er die Jugendlichen sieht und bitte ihn doch mal, dir sein Herz für sie zu
zeigen. Und wieder muss ich dich warnen. Wenn Gott dir sein Herz für
Jugendliche zeigt, wird das verdammt weh tun, denn sein Schmerz, den er für
sie empfindet, ist riesig groß. Aber keine Angst, Gott mutet dir nicht mehr
zu, als du ertragen kannst. Trotzdem ist diese Erfahrung unheimlich wichtig.
Wenn Gott uns nämlich mehr und mehr sein Herz für Jugendliche zeigen kann,
lernen wir es mehr und mehr, sie mit seinen Augen zu sehen. Und das wird unser
ganzes Denken und Handeln ihnen gegenüber verändern. 5. Wenn Gott dein Herz für Jugendliche entfacht hat, wird es Zeit
anzufangen, für sie zu beten. Es geht hier in erster Linie nicht darum, für
die kleinen Anliegen deiner Jugendlichen um dich herum (Klassenarbeit, Stress
mit der Freundin, u.ä.) zu beten, sondern es geht darum, in eine regelmäßige
und anhaltende Fürbitte für Jugendliche allgemein zu kommen. Da kann es sehr
hilfreich sein, Zeitungen nach Artikeln über Jugendliche durchzublättern,
Dokumentationen im Fernsehen aufzunehmen usw. Alles, was dir ein Bild von der
heutigen Jugend vermittelt, ist gut. Du darfst dabei lernen, was es bedeutet,
für Jugendliche in den Riss zu treten, für sie vor Gott einzustehen. Dabei
wird dein Herz für sie weiter wachsen und Gott wird dir immer mehr seine
Vision für diese junge Generation offenbaren. Denn er hat gigantisches vor mit
deinen jungen Leuten. Aber dazu braucht er dein Herz. 6. Und, siehst du jetzt auch schon überall potentielle History-Maker, wenn
du durch die Stadt gehst und alle die Jugendlichen siehst, die Gott so sehr
liebt und die dich zum Weinen bringen, wenn du an all die Schmerzen denkst, die
sie erfahren müssen? Dann wird es Zeit endlich wieder nach außen hin aktiv zu
werden. Schau dich in deinem Umfeld um und suche dir zwei, drei Jugendliche,
die schon Christen sind und frage sie, ob sie nicht Lust hätten, sich mit dir
zu treffen, um in lockerer Runde zusammen Bibel zu lesen und zu beten. Mach
ihnen (und dir) klar, dass du sie nicht groß belehren möchtest, sondern dass
du mit ihnen gemeinsam Gott besser kennen lernen möchtest. Wenn du diesen
Schritt gut im Gebet vorbereitest und dir von Gott die richtigen Personen aufs
Herz legen lässt, werden sie "hoffentlich" zustimmen. Wenn nicht,
weiter beten. 7. Fangt an Euch einmal die Woche regelmäßig zu treffen. Wenn ihr
zusammenkommt, tauscht euch erst mal richtig aus. Es ist total gut und wichtig
zu wissen, wo der andere steht und was ihm fehlt. Es geht unter anderem auch
darum, dass eure Freundschaften wachsen. Dann lest zusammen etwas aus der Bibel
und sprecht darüber. Was empfindet der einzelne bei den Versen, an was
erinnert ihn die Stelle? Überlegt euch, wie ihr das gelesene in eurem Leben
umsetzen könnt. Dann betet zusammen dafür, dass euch das gelingt. Betet auch
für die Anliegen und Probleme der einzelnen. Sucht gemeinsam Gottes Gegenwart
und segnet euch gegenseitig. Du wirst sehen, dass du selber am meisten aus
diesen Treffen profitieren und viel von den Jugendlichen lernen wirst. Sie sind
nämlich noch nicht so christlich-verdorben und haben diese christlich-fromme
Brille nicht. 8. Sobald diese Gruppe einigermaßen läuft, ermutige die Leute, Freunde
mitzubringen, falls sie das nicht schon längst von sich aus tun. Merke dir, je
mehr die Jugendlichen Gott persönlich in den Treffen erleben, um so
bereitwilliger werden sie ihre Freunde einladen. Nimm neue Jugendliche herzlich
auf, aber gehe nicht zu viele Kompromisse ein (kein beten, wenn ein Gast da ist
o.ä.). Zeige ihnen deutlich, dass es hier um Begegnung mit Gott geht und
nicht, um Fun haben. Du wirst damit rechnen müssen, dass einige nicht wieder
kommen werden. Aber die Leute die bleiben, werden wachsen und Gott näher
kommen. 9. Nimm die Jugendlichen möglichst früh in Verantwortung rein. Lasse sie
ein Thema vorbereiten oder übertrage ihnen einmal die Leitung der Gruppe.
Bleibe auch ruhig mal einem Treffen fern und übertrage ihnen die ganze
Verantwortung. Jugendliche im Reich Gottes sind keine unreifen Kinder, die erst
mal erwachsen werden müssen, bevor sie Verantwortung übernehmen können. Sie
sind wertvolle Kinder Gottes, mit denen er ganz entscheidend sein Reich weiter
bauen will. Fördere deine Jugendlichen wo es nur geht und je nach ihren
Talenten und Begabungen. In unseren Jugendgruppen schlummert unglaubliches
Potential an Kreativität und verrückten Ideen. Aber solange wir unsere
Jugendlichen nur konsumieren lassen und ihnen alles vorsetzen, wird dieses
Potential nicht freigesetzt werden. 10. Wenn Deine Gruppe über 15 Jugendliche gewachsen ist, wird es Zeit über
die Aufteilung in kleinere Zellen nachzudenken. Denn nur in kleinen Gruppen a
5-7 Personen hat jeder die Chance, seinen Teil einzubringen und so in seiner
Beziehung zu Gott zu wachsen, wie es nötig ist. In größeren Gruppen werden
immer ein paar untergehen. Und das muss vermieden werden. Jetzt gilt es die
Leute mit Leiterpotential zu fördern und sie als Leiter der neuen Gruppen
einzusetzen. Das Prinzip Jugendliche leiten Jugendliche ist
gewöhnungsbedürftig aber gut. Wenn eine Gruppe 10 Mitglieder erreicht wird
sie wieder geteilt usw. Bei jeglicher Teilung gehört natürlich eine gehörige
Portion Feingefühl dazu. Man sollte keine frischen Freundschaften gewaltsam
trennen. Auch hier gilt, wie bei allen anderen Entscheidungen auch: Gott um
Hilfe bitten. Du als Jugendleiter behältst den Überblick über die ganze
Jugendarbeit und stehst den Zellenleitern hilfreich zur Seite. That's it. Der
Anfang ist gemacht. Jetzt kommen Dinge wie Sonderveranstaltungen und spezielle Aktionen dazu.
Aber erst mal steht die Gruppe. Achte auf alle Fälle immer darauf, dass Gott
der absolute Mittelpunkt bleibt, um den sich alles dreht. Und plane ein
regelmäßiges Treffen, wo die gesamte Jugend, also alle Zellen, zusammenkommt
und du dem ganzen eine einheitliche Richtung geben kannst. Achte auch darauf,
dass vor lauter Aktionen und Arbeit deine eigene Beziehung zu Gott und auch die
deiner Leiter nicht zu kurz kommt. Sie sollte immer die Basis aller Dinge sein,
die du anpackst. Denn wenn du tust, was Gott dir aufs Herz legt, wird ER mit
deiner Jugendarbeit erfolg haben. Und das wünsche ich Dir von Herzen.