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Von der gelangweilten Fungruppe zu einer brennenden Jugendarbeit von Johannes Kleske

Es geht wohl den meisten Jugendgruppen in diesem Land so. Ein Jugendleiter versucht etwas für die paar Jugendliche in der Gemeinde oder in der Umgebung auf die Beine zu stellen. Immerhin sollen sie auch von Gott erfahren, ihn vielleicht sogar kennen lernen. Aber man kennt ja die allgemeine Abneigung von Jugendlichen gegenüber allem, was mit Gott und Christen zu tun hat.

Und so versuchen viele ein tolles Fun-Programm auf die Beine zu stellen und irgendwie zwischendurch noch ein bisschen Message rüberzubringen. Man will den Kids ja etwas mit auf den Weg geben. Aber irgendwie machen sie doch immer wieder zu, wenn man damit anfängt. "Lass uns mit dem Jesus-Zeug in Ruhe." Und wieder ist es daneben gegangen. Was soll man bloß machen?

Das Problem ist, dass Jugendliche es sofort durchschauen, wenn man ihnen was vorgaukelt und eigentlich ein ganz anderes Ziel hat. Diese Methode funktioniert also nicht. Kann man den gar nichts machen? Oh doch, immer mehr Jugendarbeiten zeigen, wie man es besser machen kann.

1. Es braucht einen Jugendleiter, dessen Herz lichterloh für die Jugendlichen in seiner Umgebung brennt. Wenn es ihm nicht jedes Mal, wenn er einen Jugendlichen in Not sieht, das Herz zerreißt, wird er seinen Aufgaben als Jugendleiter nur aus Pflichterfüllung gegenüber seinem christlichen Gewissen tun. Und das ist viel zu wenig. Sobald nämlich die echten Probleme kommen wird er ganz schnell das Weite suchen. Das entscheidende ist das Motiv. Bin ich Jugendleiter, weil einer den Job machen muss oder bin ich Jugendleiter, weil Gott mir ein Herz und eine Vision für die Jugendlichen gegeben hat? Kann ich gar nicht anders als den Jugendlichen zu "dienen"?

2. Wenn Du nun sagst ,Ich habe dieses Herz nicht, auch meine Jugendgruppe ist ziemlich tot. Aber ich wünsche mir dieses Herz und ich wünsche mir eine lebendige Jugendgruppe." Dann möchte ich Dich zu einem radikalen Schritt herausfordern. Schließe Deine Jugendgruppe und beende Deine Jugendarbeit, vorerst! Viel zu viele Jugendgruppe werden künstlich am Leben gehalten, nur damit irgendwas gemacht wird. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Jugendlichen von der Strasse zu holen. Es ist unsere Aufgabe, die Jugendlichen in eine persönliche Beziehung mit dem lebendigen Gott zu führen. So lange wir das nicht tun, powern wir uns nur aus und das führt nur zu Frustration und Enttäuschung. Keine Angst, es geht nicht darum die Akte Jugendarbeit für immer zu schließen und sich eine andere Aufgabe zu suchen. Es geht vielmehr darum eine neue Jugendarbeit auf einer neuen Basis aufzubauen und diese Basis heißt Beziehung zu Gott.

3. Okay, Du hast Deine Jugendgruppe geschlossen, keiner hat's kapiert und Du hast Dir viel anhören müssen. Aber jetzt geht's los. Deine erste Aufgabe ist, deine Beziehung zu Gott in Ordnung zu bringen. Mal ganz abgesehen von dem Jugendleiter-Ding sollte jeder von uns sehen, dass seine Beziehung zu Gott ins Reine kommt. Es ist nicht die Zeit, um Christ zu spielen und ein bisschen religiös oder gar fromm zu sein. Es geht um totale Hingabe an Gott. Mit Jesus zu leben bedeutet nicht, am Sonntag in die Gemeinde zu gehen und zu wissen, dass man am Ende in den Himmel kommt. Es bedeutet viel mehr sein Leben auf die Basis der persönlichen Beziehung zu Gott zu stellen. Wenn Du jetzt losgehst und sagst: "Ok, ich werde jetzt jeden Tag eine Stunde Bibellesen und beten", dann sage ich dir, dass du auf die Nase fallen wirst. Das Problem ist, dass du selbst versuchst, es gebacken zu bekommen. Lass doch Gott mal machen. Bete doch mal folgendes: "Vater, ich sehne mich total nach deiner Gegenwart, ich will dich kennen lernen und wissen, wie du bist. Aber ich bin ein Loser. Ich schaff' es nicht mal, zwei Tage in folge ein Kapitel aus deinem Wort zu lesen. Deswegen brauche ich einen neuen Hunger nach dir, Vater. Schenke mir eine totale Leidenschaft nach dir und nach allem, was mit dir zu tun hat. Ich bin unfähig, aber du kannst mich fähig machen." Ich muss dich vor diesem Gebet warnen, es könnte dein Leben auf den Kopfstellen und alte Traditionen und Regeln sprengen. Gott hat nämlich die Angewohnheit, solche Gebete sehr ernst zu nehmen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Deine Beziehung zu Gott ist nicht nur für dich wichtig, sondern auch für die Jugendlichen mit denen du arbeiten willst. Den nur die wenigsten Jugendlichen nehmen sich die Bibel und sagen dann, dass sie diesen Gott kennen lernen möchten. Die meisten werden sich dich anschauen und von dir auf Gott schließen. Und wenn du in einer lebendigen Beziehung zu Gott lebst, wird das ganz unbemerkt Auswirkungen auf den Rest deines Lebens haben und die Jugendlichen werden das bemerken und werden nachfragen. Und was will man mehr, als Jugendliche die nachfragen ;-).

4. Also, deine Beziehung zu Gott wächst. Nun ist es an der Zeit, Gott nach seinen Gedanken über Jugendliche zu fragen. Frag ihn mal, was er denkt, wenn er die Jugendlichen sieht und bitte ihn doch mal, dir sein Herz für sie zu zeigen. Und wieder muss ich dich warnen. Wenn Gott dir sein Herz für Jugendliche zeigt, wird das verdammt weh tun, denn sein Schmerz, den er für sie empfindet, ist riesig groß. Aber keine Angst, Gott mutet dir nicht mehr zu, als du ertragen kannst. Trotzdem ist diese Erfahrung unheimlich wichtig. Wenn Gott uns nämlich mehr und mehr sein Herz für Jugendliche zeigen kann, lernen wir es mehr und mehr, sie mit seinen Augen zu sehen. Und das wird unser ganzes Denken und Handeln ihnen gegenüber verändern.

5. Wenn Gott dein Herz für Jugendliche entfacht hat, wird es Zeit anzufangen, für sie zu beten. Es geht hier in erster Linie nicht darum, für die kleinen Anliegen deiner Jugendlichen um dich herum (Klassenarbeit, Stress mit der Freundin, u.ä.) zu beten, sondern es geht darum, in eine regelmäßige und anhaltende Fürbitte für Jugendliche allgemein zu kommen. Da kann es sehr hilfreich sein, Zeitungen nach Artikeln über Jugendliche durchzublättern, Dokumentationen im Fernsehen aufzunehmen usw. Alles, was dir ein Bild von der heutigen Jugend vermittelt, ist gut. Du darfst dabei lernen, was es bedeutet, für Jugendliche in den Riss zu treten, für sie vor Gott einzustehen. Dabei wird dein Herz für sie weiter wachsen und Gott wird dir immer mehr seine Vision für diese junge Generation offenbaren. Denn er hat gigantisches vor mit deinen jungen Leuten. Aber dazu braucht er dein Herz.

6. Und, siehst du jetzt auch schon überall potentielle History-Maker, wenn du durch die Stadt gehst und alle die Jugendlichen siehst, die Gott so sehr liebt und die dich zum Weinen bringen, wenn du an all die Schmerzen denkst, die sie erfahren müssen? Dann wird es Zeit endlich wieder nach außen hin aktiv zu werden. Schau dich in deinem Umfeld um und suche dir zwei, drei Jugendliche, die schon Christen sind und frage sie, ob sie nicht Lust hätten, sich mit dir zu treffen, um in lockerer Runde zusammen Bibel zu lesen und zu beten. Mach ihnen (und dir) klar, dass du sie nicht groß belehren möchtest, sondern dass du mit ihnen gemeinsam Gott besser kennen lernen möchtest. Wenn du diesen Schritt gut im Gebet vorbereitest und dir von Gott die richtigen Personen aufs Herz legen lässt, werden sie "hoffentlich" zustimmen. Wenn nicht, weiter beten.

7. Fangt an Euch einmal die Woche regelmäßig zu treffen. Wenn ihr zusammenkommt, tauscht euch erst mal richtig aus. Es ist total gut und wichtig zu wissen, wo der andere steht und was ihm fehlt. Es geht unter anderem auch darum, dass eure Freundschaften wachsen. Dann lest zusammen etwas aus der Bibel und sprecht darüber. Was empfindet der einzelne bei den Versen, an was erinnert ihn die Stelle? Überlegt euch, wie ihr das gelesene in eurem Leben umsetzen könnt. Dann betet zusammen dafür, dass euch das gelingt. Betet auch für die Anliegen und Probleme der einzelnen. Sucht gemeinsam Gottes Gegenwart und segnet euch gegenseitig. Du wirst sehen, dass du selber am meisten aus diesen Treffen profitieren und viel von den Jugendlichen lernen wirst. Sie sind nämlich noch nicht so christlich-verdorben und haben diese christlich-fromme Brille nicht.

8. Sobald diese Gruppe einigermaßen läuft, ermutige die Leute, Freunde mitzubringen, falls sie das nicht schon längst von sich aus tun. Merke dir, je mehr die Jugendlichen Gott persönlich in den Treffen erleben, um so bereitwilliger werden sie ihre Freunde einladen. Nimm neue Jugendliche herzlich auf, aber gehe nicht zu viele Kompromisse ein (kein beten, wenn ein Gast da ist o.ä.). Zeige ihnen deutlich, dass es hier um Begegnung mit Gott geht und nicht, um Fun haben. Du wirst damit rechnen müssen, dass einige nicht wieder kommen werden. Aber die Leute die bleiben, werden wachsen und Gott näher kommen.

9. Nimm die Jugendlichen möglichst früh in Verantwortung rein. Lasse sie ein Thema vorbereiten oder übertrage ihnen einmal die Leitung der Gruppe. Bleibe auch ruhig mal einem Treffen fern und übertrage ihnen die ganze Verantwortung. Jugendliche im Reich Gottes sind keine unreifen Kinder, die erst mal erwachsen werden müssen, bevor sie Verantwortung übernehmen können. Sie sind wertvolle Kinder Gottes, mit denen er ganz entscheidend sein Reich weiter bauen will. Fördere deine Jugendlichen wo es nur geht und je nach ihren Talenten und Begabungen. In unseren Jugendgruppen schlummert unglaubliches Potential an Kreativität und verrückten Ideen. Aber solange wir unsere Jugendlichen nur konsumieren lassen und ihnen alles vorsetzen, wird dieses Potential nicht freigesetzt werden.

10. Wenn Deine Gruppe über 15 Jugendliche gewachsen ist, wird es Zeit über die Aufteilung in kleinere Zellen nachzudenken. Denn nur in kleinen Gruppen a 5-7 Personen hat jeder die Chance, seinen Teil einzubringen und so in seiner Beziehung zu Gott zu wachsen, wie es nötig ist. In größeren Gruppen werden immer ein paar untergehen. Und das muss vermieden werden. Jetzt gilt es die Leute mit Leiterpotential zu fördern und sie als Leiter der neuen Gruppen einzusetzen. Das Prinzip Jugendliche leiten Jugendliche ist gewöhnungsbedürftig aber gut. Wenn eine Gruppe 10 Mitglieder erreicht wird sie wieder geteilt usw. Bei jeglicher Teilung gehört natürlich eine gehörige Portion Feingefühl dazu. Man sollte keine frischen Freundschaften gewaltsam trennen. Auch hier gilt, wie bei allen anderen Entscheidungen auch: Gott um Hilfe bitten. Du als Jugendleiter behältst den Überblick über die ganze Jugendarbeit und stehst den Zellenleitern hilfreich zur Seite. That's it. Der Anfang ist gemacht.

Jetzt kommen Dinge wie Sonderveranstaltungen und spezielle Aktionen dazu. Aber erst mal steht die Gruppe. Achte auf alle Fälle immer darauf, dass Gott der absolute Mittelpunkt bleibt, um den sich alles dreht. Und plane ein regelmäßiges Treffen, wo die gesamte Jugend, also alle Zellen, zusammenkommt und du dem ganzen eine einheitliche Richtung geben kannst. Achte auch darauf, dass vor lauter Aktionen und Arbeit deine eigene Beziehung zu Gott und auch die deiner Leiter nicht zu kurz kommt. Sie sollte immer die Basis aller Dinge sein, die du anpackst. Denn wenn du tust, was Gott dir aufs Herz legt, wird ER mit deiner Jugendarbeit erfolg haben. Und das wünsche ich Dir von Herzen.

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Verantwortlich für diesen Bereich ist Nancy vom TeensWeb - Team.