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Die Wahrheit in Liebe sagen.  von Günther J. Matthia auf www.http://matthia.sampix.de 

"Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über" behauptet ein Sprichwort. Wer von etwas begeistert ist, wird dies in der Regel nicht für sich behalten, sondern anderen davon erzählen. Er möchte, dass die Mitmenschen sich mitfreuen und gegebenenfalls das Gute ebenfalls erleben.

Gleiches gilt auch für die negativen Empfindungen: Wenn jemand sich über etwas aufregt, dann wird er meist anderen von seiner Wut berichten, mit dem Ziel, Bestätigung der eigenen Position zu hören.

Jesus sagt in Matthäus 15, 18-20: Was aber aus dem Mund herausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.
Was aus unserem Mund kommt, ist dafür verantwortlich, ob wir unrein sind oder nicht. Was wir aussprechen kann dazu führen, dass wir es nicht schaffen, zu den Menschen zu werden, die wir nach Gottes Plan sein sollten. Wenn wir unrein sind, dann kann der Geist Gottes in uns und durch uns nicht das tun, was er möchte - weil wir es ihm nicht erlauben.

Ich war und bin entsetzt über manche Diskussionen, die in christlichen Internet-Foren geführt werden. Offensichtlich begünstigt die Anonymität des Internet dass das, was im Herzen vor sich geht, ungeschminkt der Öffentlichkeit präsentiert wird. Wer unter einem Phantasienamen schreibt und nicht damit rechnen muss, dass ihm die Leser je begegnen, verliert leichter alle Hemmungen und Reste von Anstand als jemand in einer echten Gesprächsrunde, der dem Gegenüber in die Augen schaut.
Ich habe Threads gelesen, in denen die (nach eigener Aussage) Gläubigen einander den Glauben absprachen, über Kirchen und Gemeinden herzogen und diese je nach eigener Meinung zu Sekten oder gar Teufelswerk degradierten, in denen über Evangelisten, Pastoren, Politiker oder Musiker der Stab gebrochen wurde, in denen Vorwürfe und Verleumdungen in hasserfülltem Ton die Debatte bestimmten. In einigen Fällen habe ich nachgefragt, warum denn diese Beschimpfungen und Verleumdungen in einem christlichen Forum geführt würden - die Antworten, wenn es welche gab, waren meist: "Wir wollen (müssen) aufklären über diese oder jene Irrlehre, diesen oder jenen Politiker..."
Abgesehen davon, dass Jesus eine andere Vorgehensweise empfiehlt, wenn wir meinen, dass ein Bruder sündigt (Matthäus 18, 15-20) und uns nahe legt, zuerst einmal nach dem Splitter im eigenen Auge zu suchen, sollte doch eigentlich unser Leben deutlich von dem Leben der Menschen, die keine Kinder Gottes sind, zu unterscheiden sein?

Dieser Welt nicht gleich sein

Paulus charakterisiert die Lebensweise dieser Welt in Römer 1, wobei er unter anderem "erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Schlechtigkeit, voll von Neid, Streit; Verleumder, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige" aufzählt. In Galater 5 beschreibt er die Werke des Fleisches, zum Beispiel "Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien." "Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen", sollen wir von uns weisen, statt dessen soll Danksagung in unserem Mund sein (Epheser 5, 4). Kolosser 3, 8-9: Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen habt."

Ich habe eine politische Meinung, ich habe einen eigenen Musikgeschmack, es gibt Bücher die ich mag und solche, die ich nicht mag. Ich finde es auch keinesfalls verkehrt, wenn ich in einer Diskussion oder einem Forum meine Meinung kundtue. Die Frage ist vielmehr, wie ich auf die Meinung anderer reagiere, die meine Anschauung nicht teilen.
In der Welt ist es üblich und sogar erstrebenswert, mit Worten zu verletzen, Menschen lächerlich zu machen und ohne Rücksicht auf fremde Verluste die eigene Überzeugung durchzusetzen. Man kann damit Erfolg haben, wie das Beispiel Michael Moore aus jüngster Zeit zeigt. Aber wollen wir das als Christen wirklich nachmachen?
Müssen wir wirklich zu allem und jedem unsere Kritik in die Welt hinaus posaunen? Wäre es nicht viel sinnvoller, diejenigen zu segnen und für sie zu beten, bei denen wir Irrtümer oder Irrwege zu sehen meinen?
Ich will nicht der kritiklosen Hinnahme von Vorgängen das Wort reden, die dem Wort Gottes und dem Reich Gottes entgegen stehen. Jesus hatte guten Grund, die Pharisäer und Schriftgelehrten zu tadeln, und er tat dies mit eindeutigen Worten. Doch bevor ich öffentlich etwas anprangere, sollte ich mich fragen: "Geht mich das überhaupt etwas an? Sehe ich da einen Splitter im Auge, während ein Balken mir meine Sicht versperrt? Und wenn meine Meinung gefragt ist - wie sage ich dann das, was ich zu sagen habe?"

Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, bewahrt vor Nöten seine Seele sein Leben. (Sprüche 21, 23)

Abgesehen davon, dass wir als Christen der Welt ein ganz übles Bild von unserem Glauben vermitteln, wenn wir in solcher Weise diskutieren, tun wir uns selbst damit keinen Gefallen, denn wir betreiben unsere eigene Verunreinigung. Wir werden, während wir dem Ende dieser Zeit entgegengehen, immer dringender Reinheit benötigen, immer stärker darauf angewiesen sein, die Wahrheit Gottes von der Lüge des Teufels unterscheiden zu können. Wenn wir uns freiwillig und wissentlich verunreinigen, indem wir unsere Worte nicht bewusst auswählen, dann begeben wir uns in Gefahr: Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist vergeblich schreibt Jakobus in Kapitel 1, 26. Wir können uns einbilden, Gott zu dienen - vergeblich, weil unsere Zunge keine Zügel hat. Auch Petrus schreibt, dass unser Reden direkte Auswirkungen auf unser Leben haben wird: Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der halte Zunge und Lippen vom Bösen zurück, dass sie nicht Trug reden. (1. Petrus 3, 10)
Was für die Worte aus unserem Mund gilt, kann für die Worte, die wir mit unseren Fingern in die Tastatur tippen, nicht anders sein.
Die Wahrheit in Liebe aussprechen - diese Kunst beherrschen nur wenige Menschen. Ich muss die Meinung eines anderen Christen nicht teilen, aber das darf mich nicht dazu verleiten, ihm den Glauben abzusprechen oder ihn zu beschimpfen. Wenn in mir die Frucht des Geistes wächst, zu der auch Sanftmut gehört, dann wird es mir gelingen, meine Worte so zu wählen, dass die Liebe Gottes erkennbar wird. Berechtigte Kritik kann man immer mit dem Lösungsangebot Gottes verbinden: Gnade zur Umkehr.
Ich bin dankbar, dass Menschen mich auf diese Weise kritisiert und zur Umkehr bewegt haben, wenn ich falsche Wege eingeschlagen hatte. Es tat manchmal weh, die Irrwege zu sehen, auf denen ich war - aber die Wahrheit wurde mir in solchen Fällen in der Liebe Gottes gesagt - wodurch es mir möglich war, die Wahrheit zu erkennen, anstatt mich verletzt von bösen Worten von demjenigen abzuwenden, der mich korrigierte.

Die gute Nachricht: Es lässt sich lernen, die Zunge (und die Finger auf der Tastatur) im Zaum zu halten. Wenn dies nicht eine Falle wäre, in die wir leicht hinein tappen, dann würde uns die Bibel nicht so oft und so eindringlich vor den Gefahren warnen. Wir können uns, wenn die unbedachten Worte gefallen sind, entschuldigen und Gott um Vergebung bitten, wenn nötig, sieben mal Siebzig mal. Wenn wir uns entscheiden, auf das zu achten, was wir von uns geben, dann wird diese Entscheidung sich auswirken.
 

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Verantwortlich für diesen Bereich ist Nancy vom TeensWeb - Team.