Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude
 und allem Frieden im Glauben,
damit ihr überreich seiet in der Hoffnung
durch die Kraft des Heiligen Geistes

Römer 15,13


Ja, nun war er da, der Sonntag der Taufe. Lange hatte ich es mir überlegt und es war erst kurz her, daß ich mich wirklich entschieden hatte, mich taufen zu lassen. Als Kind war ich in der evangelischen Kirche schon einmal getauft worden - und so ungetauft fühlte ich mich nicht :)
Aber es ist etwas anderes. Jetzt kann (und muss) ich mich selbst entscheiden, ob ich mein Leben Jesus übergebe. Jetzt kann keiner mehr für mich entscheiden, ob ich meinen "alten Menschen" im Wasser ersäufe oder ob ich mit ihm weiterleben will.

Ja, ich will einen Neubeginn! Ich will neu anfangen mit Jesus und mit Gott zusammen zu leben. Ich will im Wasser dem Alten ein Ende setzen und als neuer Mensch dem Wasser wieder entsteigen, ja, ich will eine Neugeburt.

So machte ich mich morgens nach Geldern auf, nachdem ich noch einen Freund hier in Wuppertal abgeholt hatte. Es ging erst mal zur Gemeinde, da ich nicht genau wußte, wo die eigentliche Taufe stattfinden sollte. Wer kennt in Geldern auch schon den Tauf-See? Von der Gemeinde ging es dann zusammen mit einigen anderen hinaus vor die Tore der Stadt an einen kleinen See.

Hier sollte ich also sterben - und wieder neu auferstehen. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, den See so zu betrachten. Die Sonne schien immer wieder zwischendurch auf das algige Wasser und einige Bremsen versuchten uns von ihrem Platz zu vertreiben. Doch heute war es unser See, und es gab auch eine schöne Stelle, die ohne Algen war.

Dann wurden meine Gedanken abgelenkt, als Sascha mit der Gemeinde anfing den Lobpreis anzustimmen. Ich weiß nicht mehr, was wir alles gesungen haben, ich kann es nur noch fühlen, was in mir los war, wie sich mein innerer Blick nach oben wandte und ich Gott bat, mir seinen Geist zu schicken, um mich von ihm ganz erfüllen zu lassen. Auch als Manfred dann die kurze Predigt hielt, war ich mehr im Gespräch mit Gott, als daß ich wirklich zuhören konnte.

Aus meinem Gebet wurde ich herausgerissen, als Manfred mich nun bat, vor die Gemeinde zu treten und ein Zeugnis abzulegen, warum ich mich taufen lassen wollte. Zuerst wußte ich nicht, was ich sagen sollte, doch dann kamen die Worte von allein, ohne daß ich sie mir überlegen mußte. Gott benutzte mich, um zu sprechen. Ich erzählte davon, wie ich früher einmal geglaubt hatte, wie ich vom Glauben abkam und wie ich Gott mit Hilfe eines Freundes wiedergefunden hatte, ich sprach davon, wie mir TeensWeb und die Gemeinde in Geldern weiter auf dem Weg geholfen haben.

Nach den anderen Zeugnissen ging es dann zur eigentlichen Taufe. Diesmal war ich der letzte, so daß ich nochmal viel Zeit hatte, mit Gott zu reden und mich mit und für die anderen Täuflinge zu freuen, die nacheinander ins Wasser gingen und als neue Menschen wieder hervorkamen.

Und dann war ich dran. Markus las mir meinen Taufspruch vor und dann wurde ich am Ufer abgeholt. Ich spürte nichts davon, daß das Wasser eigentlich ziemlich kalt sein sollte, ich spürte nur, wie Jesus mich mit unsichtbarer Hand immer weiter ins Wasser hineinzog. Dort beteten wir dann noch zu viert und Knut sprach vor Gott, vor mir und vor der Gemeinde die Taufformel "in den Tod Jesu hinein - und fügen dich dem Leib Christi hinzu" - und dann ging es abwärts, ganz hinein ins Wasser, hinab, mit Kopf und Kragen, nichts sollte mehr oben bleiben, nichts zurückbleiben. Es waren Sekunden, in denen ich nichts machte, Gott aber alles machte. Das Gefühl lasst sich nicht beschreiben. Ich tauchte auf, und die Sonne schien mir ins Gesicht, als wenn Gott sagen wollte: Du stehst jetzt ganz in meinem Licht!

"Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an, komm, jetzt ist die Zeit, gib ihm dein Herz" sang die Gemeinde für mich - und ich sang mit.

Ja, ich habe es ihm gegeben - und er gab mir sein Herz, einfach so, für immer.

Danke Vater